MOZARTS FAMILIE

MOZARTS FAMILIE

Erfahren Sie hier mehr über das Leben von Mozarts Eltern
Leopold und Anna Maria Mozart sowie seiner Schwester Maria Anna „Nannerl“,
mit der er ein besonders inniges Verhältnis hatte.

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Familienbild der Mozarts.
Johann Nepomuk della Croce,
1780/81, ©ISM
Die Familie von W. A. Mozart

Die Familie Mozart pflegte mit vielen bürgerlichen Familien Salzburgs freundschaftliche Beziehungen. Man traf sich im Haus in der Getreidegasse und später am Hannibalplatz mit Freunden und Kollegen zum Kartenspiel und Musizieren. Im Musiksaal trafen sich die Familienmitglieder mit Hofmusikern, darunter der Konzertmeister Johann Michael Haydn, der Hoforganist Anton Cajetan Adlgasser, der Hoftrompeter Johann Andreas Schachtner sowie deren Schüler. Interessenten konnten dort Klaviere bestaunen, die Leopold Mozart von auswärtigen Klavierbauern zum kommissionsweisen Verkauf übernommen hatte.

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Leopold Mozart,
Detail aus Familienbild,
Johann Nepomuk
della Croce, ©ISM
Leopold Mozart: Mozarts Vater

Leopold Mozart besuchte von 1737 bis 1739 die philosophische Fakultät der Salzburger Universität. Wenige Jahre später sicherte eine Anstellung als vierter Violinist am fürsterzbischöflichen Hof dem jungen Musiker ein karges Einkommen. Am 21. November 1747 heiratete er Anna Maria Walburga, die Tochter des fürsterzbischöflichen Pflegers Wolfgang Nikolaus Pertl aus St. Gilgen, im Salzburger Dom. Seine pädagogischen Erfahrungen als Violinlehrer am Kapellhaus veröffentlichte Leopold Mozart unter dem Titel „Versuch einer gründlichen Violinschule" im Geburtsjahr seines Sohnes Wolfgang, 1756, bei Johann Jakob Lotter in Augsburg. Für Nannerl legte er 1759 ein Notenbuch „Pour le Clavecin" an, das für den Anfangsunterricht gedacht war und Wolfgangs erste Kompositionen enthält. Die beiden Kinder Nannerl und Wolfgang hatten in ihrem Vater den besten Lehrmeister, dessen größtes Anliegen es war, die Begabung seines Sohnes zu fördern.

Noch Jahre später erinnerte sich ein Freund der Familie Mozart, der Hoftrompeter Johann Andreas Schachtner, in einem Brief an Maria Anna Berchtold zu Sonnenburg, wie der kleine „Wolfgangerl bath, daß er das 2te Violin spielen dörfte, der Papa aber verwieß ihm seine närrische bitte, weil er noch nicht die geringste Anweisung in der Violin hatte, und Papa glaubte, daß er nicht das mindeste zu leisten im Stande wäre... Ich bath, daß man ihn mit mir möchte spielen lassen, endlich sagte Papa, geige mit H: Schachtner, aber so still, daß man dich nicht hört, sonst musst du fort, das geschah. Wolfgang geigte mit mir, bald bemerkte ich mit Erstaunen, daß ich da ganz überflüssig seye, ich legte still meine Geige weg, und sah ihren H: Papa an, dem bey dieser Scene die Thränen der Bewunderung und des Trostes über die Wangen rollten...".

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Anna Maria Mozart,
Detail aus Familienbild,
Johann Nepomuk
della Croce, ©ISM
Anna Maria Mozart: Mozarts Mutter

Das Leben von Anna Maria Mozart war geprägt von Pflichterfüllung, Güte und taktvoller Zurückhaltung. Stets lenkte sie unauffällig das Geschick ihrer Familie. „Deine liebe seel: Mutter", schrieb Leopold Mozart am 20. Juli 1778 nach dem Tode seiner Frau seinem Sohn nach Paris, „war von Kindheit an bekannt und aller Orten geliebt, dann sie war mit allen freundlich und beleidigte keinen Menschen."

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Maria Anna (Nannerl) Mozart,
Detail aus Familienbild,
Johann Nepomuk
della Croce, ©ISM
Maria Anna Mozart: Mozarts Schwester

Mit der Heirat Maria Anna („Nannerl") Mozarts am 23. August 1784 wurde es ruhig im Haus am Hannibalplatz. Sie zog mit ihrem Gatten, dem hochfürstlichen Rat und Gerichtspfleger Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg, nach St. Gilgen in das Geburtshaus ihrer Mutter. Ihr Sohn Leopold, der am 27. Juli 1785 im Tanzmeisterhaus das Licht der Welt erblickte, wurde von Leopold Mozart während seiner zwei letzten Lebensjahre betreut. Mozart verband mit seiner „carissima sorella" ein inniges Verhältnis. Nannerl, selbst eine hochbegabte Pianistin, war ihrem Bruder stets Ansporn und verzichtete auf eine eigene künstlerische Laufbahn. Nach dem Tode ihrer Mutter kümmerte sie sich aufopfernd um die Familie.

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