MOZARTS BIOGRAFIE

W.A. MOZARTS
BIOGRAFIE

Sie möchten wissen, wann Wolfgang Amadeus Mozart zum ersten Mal
öffentlich auftrat oder wann er Kaiserin Maria Theresia
erstmals bei einer Audienz begegnete?
Lesen Sie hier alles über das bewegte Leben des Musikgenies
von 1756 bis 1791 bzw. Wissenswertes über die Zeit nach seinem Tod.

Seperator
leftParaImage
Detail aus Familienbild.
Johann Nepomuk della Croce,
1780/81, ©ISM
1756 Wolfgang Amadé Mozart erblickt das Licht der Welt

Am 27. Jänner um 20 Uhr kam Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart in Salzburg in der Getreidegasse 9 (früher: Hagenauerischen Haus) zur Welt. Bereits im Alter von 4 Jahren betätigte sich Mozart musikalisch und bekam Klavierunterricht bei Leopold Mozart.

leftParaImage
Mozart im Galakleid.
Pietro Antonio Lorenzoni,
1763
1761 Die ersten Kompositionen entstehen

Wolfgang Amadeus Mozart trat erstmals am 1. September 1761 öffentlich in Salzburg in der Universität auf. Mozart besuchte zeitlebens weder eine Schule noch eine Universität, war aber durch seine Kompositionen für den erfolgreichen Schulabschluss seiner Freunde mit der Salzburger Universität eng verbunden.

leftParaImage
Mozart spielt als 6-jähriger
vor Maria Theresia.
Anfang 20. Jh., ©ISM
1762 Audienz bei Kaiserin Maria Theresia in Wien

Am 12.01. begab sich der Vater erstmals mit seinen „Wunderkindern" auf die erste Kunstreise nach München. Während der dreiwöchigen Reise konzertierten Wolfgang und seine Schwester Nannerl vor dem Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern.

Noch im Herbst des Jahres reiste die Familie Mozart erstmals nach Wien. Am 13.10. erhielt sie ihre erste Audienz bei Kaiserin Maria Theresia. „Der Wolferl ist der Kayserin auf den Schooß gesprungen, sie um den Halß bekommen und rechtschaffen abgeküsst", berichtete der stolze Vater seinem Hausherrn Hagenauer in einem Brief. Neben anderen wertvollen Geschenken erhielten die Kinder je ein Galakleid.

leftParaImage
Darstellung Reisewagen
im 18. Jh., Buchvignette, ©ISM
1763 Beginn der großen Westeuropa-Reise

Im Sommer 1763 trat Leopold Mozart mit seiner Familie die große Westeuropa-Reise an, die sie über Deutschland - Wolfgang konzertierte erstmals in Augsburg, der Heimatstadt seines Vaters -, Frankreich, England, die Niederlande und die Schweiz führte. Während des Paris Aufenthaltes erschienen die ersten Kompositionen Wolfgangs in Druck und die Auftritte des Knaben lösten allseits Staunen und Bewunderung aus.

Im April 1764 traf die Familie Mozart in London ein. Neben vier öffentlichen Konzerten musizierten die Kinder wiederholt bei König Georg III. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte, welcher Wolfgang sechs Sonaten für Klavier und Violine (Flöte) widmete.

Es wurde errechnet, dass Mozart 3720 Tage - das ist beinahe ein Drittel seines Lebens - auf Reisen war. Trotz der Unbequemlichkeit der Kutschen reiste er gerne.

leftParaImage
Vater Mozart mit Kindern.
Aquarellkopie
nach Louis Carrogis
de Carmontelle, 1763, ©ISM
1767 Zweite Reise nach Wien und erste Uraufführungen

Kaum in die Heimat zurückgekehrt, entstanden Gerüchte über eine neuerliche Reise der Familie Mozart. Tatsächlich brachen sie nach nur elf Monaten in Salzburg nach Wien auf, von wo sie vor der dort herrschenden Pockenepidemie nach Brünn und Olmütz ausweichen mussten. Dennoch erkrankten die Kinder schwer.

Ende Januar 1768 begann Mozart auf Anregung von Kaiser Joseph II. mit der Komposition der Opera buffa „La Finta semplice", die aufgrund einer Theaterintrige gegen den jungen Salzburger Komponisten vermutlich erst im Mai 1769 in seiner Heimatstadt uraufgeführt werden konnte.

leftParaImage
W.A. Mozart als Ritter
vom Goldenen Sporn.
Ölkopie nach anonymen
Portrait 1777, ©ISM
1769 Erste Reise nach Italien

Während seines Salzburg-Aufenthaltes wurde Mozart unbesoldeter dritter Konzertmeister der Salzburger Hofmusik. Am 13.12. traten Vater und Sohn die Reise nach Italien an. Ihr Weg führte sie über Verona, Mailand, Florenz und Rom nach Neapel, wo Wolfgang überall große Triumphe feierte: In Verona gab Mozart sein erstes Konzert in Italien, in Mailand erhielt er einen Opernauftrag für die Karnevals-Stagione 1770/1771, die Opera seria „Mitridate, Ré di Ponto", die am 26.12.1770 im Mailänder Regio Ducal Teatro unter der Leitung des erst 14-jährigen Knaben mit großem Beifall in Szene ging. In Rom wurde Wolfgang zum Ritter des „Goldenen Sporn“, einem päpstlichen Orden, ernannt. Auf seiner Rückreise wurde Mozart am 10. Oktober 1770 in Bologna nach einer Prüfungsarbeit Mitglied der „Accademia Filarmónica di Bologna“.

leftParaImage
Urkunde über Aufnahme Mozarts in
Accademia Filarmonica di Bologna
vom 10. Okt. 1770, ©ISM
1771 Zweite Italien-Reise

Mit einem Opernauftrag für den Karneval in Mailand 1772/1773 („Lucio Silla") kehrten Vater und Sohn am 28.03. nach Salzburg zurück. 138 Tage blieben sie in der Salzach-Stadt, um dann erneut nach Mailand aufzubrechen, wo anlässlich der Vermählung des Erzherzogs Ferdinand am 17.10. Mozarts „Ascanio in Alba" aufgeführt wurde. Am 15.12. kehrten sie erneut nach Salzburg zurück. Einen Tag später starb Mozarts Dienstherr und Gönner Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach. Zu Ehren des neuen und in kulturellen Dingen unaufgeschlossenen Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo wurde Mozarts Serenata dramatica „Il Sogno di Scipione" aufgeführt. Der politische Wandel machte sich sehr rasch in den Reiseunternehmungen Mozarts bemerkbar.

1772 Dritte Italien-Reise

Mozart wurde Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle mit einem Jahresgehalt von 150 Gulden. Von der dritten Italien-Reise, deren Grund die Uraufführung der Oper „Lucio Silla" im Regio Ducal Teatro in Mailand war, kehrten Vater und Sohn unter dem Vorwand einer Erkrankung Leopolds verspätet nach Salzburg zurück.

leftParaImage
Bürgerliches Wohnzimmer
in Sbg. zur Mozartzeit.
Mozart Geburtshaus 2014,
©ISM
1773 Umzug und dritte Wien-Reise

Die Familie Mozart übersiedelte in das so genannte Tanzmeisterhaus in Salzburg, heute Makartplatz 8-9. Auch eine dritte Reise nach Wien brachte nicht die gewünschte Anstellung außerhalb Salzburgs.

1774 Zweite Reise nach München

Von 6.12.1774 - 7.3.1775 wurde eine zweite Reise nach München unternommen.
Am 13.01.1775 fand die Uraufführung der Opera buffa „La finta giardiniera“ im Redoutenhaus und die Uraufführung des Dramma per musica „Il Re Pastore“ am Salzburger Hof Stadt.

leftParaImage
Tee beim Prinzen. Ölkopie nach
Bild von Michel Barthélémy Ollivier,
1766, ©ISM
1777 Reise nach Mannheim und Paris

Im August 1777 erbat Mozart seine Entlassung aus dem Salzburger Dienst, um sein „Glück weiter zu suchen". Am 23. September 1777 brach Mozart, nachdem ein Urlaubsgesuch des Vaters von Fürsterzbischof Hieronymus abgelehnt worden war, um 6 Uhr früh mit seiner Mutter Anna Maria in Richtung Mannheim und Paris auf. Auch bei dieser Reise erfüllten sich seine Hoffnungen nicht.

leftParaImage
Detail aus Familienbild.
Johann Nepomuk della Croce,
1780/81, ©ISM
1778 Tod der Mutter

Am 3.7.1778 traf Mozart ein schwerer Schicksalsschlag: seine Mutter starb in Paris. Mozart kehrte Mitte Januar 1779 nach einer enttäuschenden Reise alleine nach Salzburg zurück. An großen Werken entstanden zu dieser Zeit nur die Symphonie in D-Dur und die heute verschollene „Sinfonia concertante“ für Bläser. Am 17.1.1779 wurde Mozart als Hoforganist erneut in den Hofdienst in Salzburg aufgenommen.

1780 Dritte Reise nach München

Nach längerem Aufenthalt in Salzburg verließ Mozart sein Elternhaus und reiste Ende des Jahres für die Uraufführung seiner Opera seria „Idomeneo, Re di Creta" am 29.1.1781 nach München, welcher auch sein Vater und Nannerl beiwohnten.

1781 Entlassung aus dem Salzburger Hofdienst

Mozart begab sich am 12.3.1781 auf Weisung des Fürsterzbischofs nach Wien. Dort knüpfte er verschiedene gesellschaftliche Kontakte und nahm wiederum Verbindung mit der Familie Weber auf. Wiederholte Auseinandersetzungen mit dem Fürsterzbischof führten schließlich zum endgültigen Bruch mit dem Salzburger Dienstgeber. Mozart versuchte in Wien Fuß zu fassen und finanzierte seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Opernkomponist, als Klaviervirtuose mit eigenen Kompositionen und als Lehrer. Am 24.12. gab es einen musikalischen Wettstreit mit Muzio Clementi vor Kaiser Joseph II.

leftParaImage
Constanze Mozart.
Ölbild von Hans Hansen,
Wien 1802, ©ISM
1782 Erster Wiener Opernerfolg und Trauung mit Constanze

Seinen ersten Wiener Opernerfolg erreichte er mit dem am 16.7. im k.k. National-Hoftheater (heute: Burgtheater) uraufgeführten Singspiel „Die Entführung aus dem Serail". Noch im selben Jahr heiratete er am 4.8. im Stephansdom gegen den Willen seines Vaters Constanze Weber, die Tochter des Theaterfaktotums Franz Fridolin Weber und seiner Ehefrau Maria Cäcilia.
Zu Ende des Jahres 1782 beendete Mozart das erste der später Joseph Haydn gewidmeten sechs Streichquartette, die am 1.9.1785 mit einer denkwürdigen Widmung an den großen Komponisten im Druck erschienen.

1783 Reise nach Salzburg

Nach mehr als eineinhalb Jahren in Wien reiste Mozart mit seiner Frau Constanze nach Salzburg, um seinen Vater und seine Schwester zu besuchen. Während seines Salzburger Aufenthaltes fand am 26.10. in der Stiftskirche zu St. Peter die Uraufführung von Teilen der c-Moll-Messe statt, bei der Constanze die Sopranpartie sang. Freundschaftliche Verbindungen mit seinen Salzburger Freunden und Bekannten wurden wieder aufgenommen. Ein Freund der Familie, der Konzertmeister Johann Michael Haydn, sollte auf Befehl des Fürsterzbischofs Duette für Violine und Viola schreiben. Da er aufgrund einer heftigen Krankheit nicht fähig war, diesen Auftrag auszuführen, komponierte Mozart in wenigen Tagen die Duette für Violine und Viola in G-Dur und B-Dur und reichte sie in Haydns Namen ein.

leftParaImage
W.A. Mozart am Klavier.
Unvollendetes Ölgemälde,
Joseph Lange, 1789, ©ISM
1784 Geburt Mozarts Sohn

Ab Februar 1784 legte Mozart ein „Verzeichnis aller meiner Werke" an, das mit dem Klavierkonzert in Es-Dur beginnt. Im April gab Mozart seine erste Akademie im Burgtheater. Am 21.9.1784 wurde Mozarts Sohn Carl Thomas geboren und Mozart wurde in die Freimaurerloge „Zur Wohltätigkeit“ aufgenommen.

1785 Privataufführung vor Joseph Haydn

Im Jänner fand eine Privataufführung der Joseph Haydn gewidmeten Quartette in Anwesenheit Haydns statt. Leopold Mozart reiste nach Wien und auch die Uraufführung der Kantate „Davide penitente“ fand statt.

1786 Opern-Uraufführungen in Wien

Das Jahr war hauptsächlich der Oper gewidmet: Am 7.2. wurden in Wien in der Orangerie zu Schönbrunn „Der Schauspieldirektor" und am 1.5. „Le Nozze di Figaro" im k.k. Nationalhoftheater (Burgtheater) uraufgeführt.

leftParaImage
Detail aus Familienbild.
Johann Nepomuk della Croce,
1780/81, ©ISM
1787 Reisen nach Prag und Tod von Leopold Mozart

Mozart reiste mit seiner Frau im Jänner zur Prager Aufführung von „Le Nozze di Figaro" und im Oktober zur Uraufführung des „Don Giovanni" im Ständetheater zu Prag. Am 28.5. starb Mozarts Vater Leopold.
Nach dem Tode Christoph Willibald Glucks wurde Mozart am 7.12.1787 zum Kammer-Musiker bei Hof von Joseph II. mit einem jährlichen Gehalt von 800 Gulden ernannt. 1788 fand die Erste Aufführung der Oper „Don Giovanni“ (Wiener Fassung) statt. Eine weitere Reise führte ihn über Dresden, Meißen und Potsdam 1789 nach Berlin an den Preußischen Hof König Friedrich Wilhelms II.

Die zahlreichen Reisen und gesellschaftlichen Verpflichtungen zwangen Mozart, wiederholt von Freunden Geld aufzunehmen.

1790 Letzte Reisen

Am 26.1. fand die Uraufführung der Oper „Cosi fan tutte“ im k. k. Nationalhoftheater (Burgtheater) statt.
Seine zwei letzten Reisen führten Mozart nach Frankfurt zur Kaiserkrönung Leopolds II. und nach Prag, wo eine Krönungsoper „La Clemenza di Tito" am 6.9. gegeben wurde. Kaum nach Wien zurückgekehrt, leitete Mozart am 30.9. vom Flügel aus die erste Aufführung der Oper „Die Zauberflöte". Der Textdichter Emanuel Schikaneder sang den Papageno, Mozarts Schwägerin Josepha Hofer die erste Königin der Nacht.

leftParaImage
Mozarts letzte Tage.
Anonyme Ölkopie nach
Hermann Kaulbach, 19. Jh.
©ISM
1791 Tod von Mozart

Im März fand das letzte öffentliche Konzert statt. Im Mai wurde Mozart stellvertretender, unbesoldeter Kapellmeister zu St. Stephan in Wien und im Juli kam Mozarts Sohn Franz Xaver Wolfgang auf die Welt.

Kränklich und von Todesahnung erfüllt, arbeitete Mozart an seinem letzten Werk dem unvollendet gebliebenen „Requiem“. Im November wurde Wolfgang Amadeus Mozart bettlägerig und am 5.12.1791 starb er um 0.55 Uhr im Alter von 35 Jahren in seiner Wiener Wohnung in der Rauhensteingasse Nr. 8 an „hitzigem Frieselfieber". Bei den Exequien in St. Michael am 6.12. wurden Teile des Requiems aufgeführt und die Beisetzung fand auf dem Friedhof von St. Marx in Wien statt.

leftParaImage
Nach dem Tod Mozarts

Nach dem Tode ihres Gatten nahm Constanze mit dem Verleger Johann Anton André wegen der Herausgabe von Mozarts Kompositionen Kontakt auf. Ihre beiden Kinder - aus ihrer Ehe mit Wolfgang Amadeus Mozart gingen sechs Kinder hervor, wovon nur zwei überlebten - Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang zeigten bald eine musikalische Begabung. Carl Thomas absolvierte zunächst eine Kaufmannslehre in Livorno und wandte sich dank der Vermittlung Joseph Haydns, einem großen Verehrer seines Vaters, dann dem Studium der Musik zu. 1810 brach er das Studium jedoch ab, um eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Sein jüngerer Bruder Franz Xaver Wolfgang, genannt W. A. Mozart (Sohn), erhielt Unterricht bei Johann Nepomuk Hummel, Georg Joseph Vogler, Antonio Salieri sowie Johann Georg Albrechtsberger und wurde ein bedeutender Komponist und Pianist.

Im Jahre 1809 heiratete Constanze Mozart den dänischen Legationssekretär Georg Nikolaus Nissen, der neben dem Historiker und Bibliothekar Friedrich von Schlichtegroll eine der ersten Mozart-Biographien verfasste.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich ein zunehmend wissenschaftliches Interesse am Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts. Die erste Auflage eines „Chronologisch-thematischen Verzeichnisses sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amade Mozart's", das so genannte „Köchel-Verzeichnis" wurde 1862 von Ludwig Ritter von Köchel bei Breitkopf & Härtel in Leipzig herausgegeben. Im selben Verlag wurde auf Initiative der Internationalen Mozart-Stiftung 1877 bis 1910 die alte Mozart-Ausgabe vorgelegt.

Seit 1955 erscheint im Auftrag der Internationalen Stiftung Mozarteum im Bärenreiter-Verlag Kassel die Neue Mozart-Ausgabe, deren Hauptcorpus 1991 abgeschlossen wurde. Die Aufmerksamkeit des Wissenschaftsbereichs der Stiftung Mozarteum Salzburg richtet sich seit 2007 besonders auf die Digitale Mozart Edition: Mit ihr werden Mozart-Liebhabern und Wissenschaftlern weltweit sämtliche Kompositionen kostenlos im Internet als Noten und als Audiofiles zugänglich gemacht.

© Internationale Stiftung Mozarteum (ISM) - Alle Bildrechte vorbehalten.