AUF DEN SPUREN MOZARTS

AUF DEN SPUREN W.A. MOZARTS

Neben den Mozart-Gedenkstätten sind zahlreiche Plätze und Gebäude
in der Salzach-Stadt Salzburg sowie in der Donau-Stadt Wien
mit dem Namen Mozarts aufs Engste verbunden – vom Zauberflötenhäuschen bis hin zur Alten Universität.

Seperator
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Mozarts Geburtshaus
©ISM/A. Horner
Mozarts Geburtshaus, Getreidegasse 9

Im Herzen Salzburgs steht jenes Haus des Salzburger Handelsherrn und Spezereiwarenhändlers Johann Lorenz Hagenauer, das der junge „Hochfürstl. Salzburgische Kammermusikus" Leopold Mozart mit seiner Ehefrau im Jahre 1747 bezog. 26 Jahre lang bewohnte die Familie Mozart eine aus Küche, kleinem Kabinett, Wohn-, Schlaf- (Geburtszimmer) und Arbeitszimmer bestehende Wohnung im 3. Stock. Hier wurden ihre sieben Kinder geboren, von denen nur zwei das Kindesalter überlebten: 1751 Maria Anna Walburga („Nannerl") und am 27. Januar 1756 „Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus" (Wolfgang Amadeus).

Mit der Familie Hagenauer verband die Familie Mozart ein enges freundschaftliches Verhältnis. Johann Lorenz Hagenauer unterstützte stets die Reisepläne seiner Mieter und ihm ist es zu danken, dass wir durch seine Korrespondenz mit Vater Leopold so gut über die Jugendjahre Mozarts unterrichtet sind.

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Mozart-Wohnhaus
©ISM/C. Schneider
Mozart-Wohnhaus, Makartplatz 8-9

Am rechten Salzach-Ufer steht das „Tanzmeisterhaus", das neben dem Geburtshaus eine der wichtigsten Mozart-Gedenkstätten Salzburgs ist.
Im Herbst des Jahres 1773 übersiedelte die Familie Mozart nach längeren Verhandlungen mit der Hauseigentümerin Maria Anna Raab, der „Tanzmeister-Mitzerl", in das Haus am Hannibalplatz (heute Makartplatz 8-9), da die räumlichen Verhältnisse in der Getreidegasse zu beengt waren.
Mit der Übersiedlung entkam die Familie Mozart der mittelalterlichen Enge der Getreidegasse. Vom Fenster des Wohnhauses überblickte man das rege Treiben am Platz und konnte „von vier Uhr bis fünf Uhr durch das Perspectiv (Leute sehen) in die Comoedie gehen". Die geräumige Achtzimmerwohnung bot ausreichend Platz für gesellschaftliche Begegnungen mit den befreundeten Familien. Im Garten erfreute man sich des Kegelspiels oder des Preisschießens, des so genannten „Bölzlschießens" auf bemalte Jux-Scheiben.

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Stiftungsgebäude
©ISM/C. Schneider
Mozarteum, Schwarzstraße 26

Am 20. September 1880 entstand nach der Trennung des 1841 gegründeten „Dom-Musik-Vereins und Mozarteums" die „Internationale Stiftung Mozarteum", deren Ziel die Pflege und Förderung der Tonkunst und der Mozart-Verehrung ist.
Im Jahre 1909 schrieb die Internationale Stiftung Mozarteum einen Architekturwettbewerb zur Errichtung eines Mozart-Hauses aus, aus dem der Münchner Architekt Richard Berndl als erster Preisträger hervorging. Nach seinen Plänen wurde in den Jahren 1910-1914 das Mozart-Haus, im Volksmund „Mozarteum" genannt, im Münchner Jugendstil erbaut.

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Zauberflötenhäuschen
©ISM/C. Schneider
Zauberflötenhäuschen, im Garten des Mozarteums, Schwarzstraße 26

Hinter dem Mozarteum, im so genannten Bastionsgarten, steht das „Zauberflötenhäuschen", ein kleiner Holzbau, in dem der Legende nach Mozart Teile seiner „Zauberflöte" komponiert haben soll.
Das „Zauberflötenhäuschen" stand ursprünglich im Garten nächst dem „Freihaustheater", dem „Theater auf der Wieden", in Wien, wo am 30. September 1791 „Die Zauberflöte" uraufgeführt wurde. Mozart soll in dem Häuschen von seinem Textdichter Emanuel Schikaneder eingesperrt worden sein, um mit der Komposition termingerecht fertig zu werden, sich hier mit Sängerinnen und Sängern getroffen und Teile der „Zauberflöte" geprobt haben. Als 1873 das Freihaus verkauft wurde, schenkte es der bisherige Besitzer Fürst Starhemberg der Internationalen Mozart-Stiftung. 1874 wurde das „Zauberflötenhäuschen" im Zwerglgarten in der Nähe des Schlosses Mirabell aufgestellt, von 1877 bis 1950 stand es auf dem Kapuzinerberg. Der Holzbau musste mehrmals restauriert werden, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, wo er durch die Erschütterung der Bombenangriffe auf Salzburg großen Schaden erlitt. Im Jahre 1950 fand das „Zauberflötenhäuschen" seinen endgültigen Platz im Bastionsgarten der Internationalen Stiftung Mozarteum, wo es während der Sommermonate Juli/August im Rahmen der Führungen durch das Mozarteum besichtigt werden kann. Ausgestellt werden Faksimiles des Theaterzettels der Uraufführung sowie Figurinen zur „Zauberflöte" aus dem Jahre 1793.

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©Mozarthaus Vienna/
D. Peters
Mozarthaus Vienna, Domgasse 5

Mozarts Wiener Jahre stellen den Höhepunkt seines Schaffens dar. In der Domgasse Nr. 5 befindet sich die einzige bis heute erhaltene Wiener Wohnung Mozarts, in der der Komponist von 1784 bis 1787 geradezu herrschaftlich logierte. An keinem anderen Ort hat das Musikgenie mehr Musik komponiert als hier. Im Mozarthaus Vienna befindet sich die vom Wien Museum adaptierte Wohnung, in der Mozart mit seiner Familie zweieinhalb Jahre verbrachte.

Entdecken Sie hier weitere Gebäude und Plätze in Salzburg, die eng mit Mozart verbunden sind:
Erzabtei St. Peter, Salzburg

Mozart verband seit frühester Jugend eine enge Beziehung zur Erzabtei St. Peter. Für die Primiz seines Jugendfreundes Kajetan Rupert Hagenauer komponierte Mozart die „Dominicus-Messe". Während seines Salzburg-Aufenthaltes wurde am 26. Oktober 1783 unter der Leitung des Komponisten die unvollendet gebliebene c-Moll-Messe uraufgeführt. Seine Frau Constanze sang die Sopranpartie.
Hinter der Stiftskirche auf dem Petersfriedhof liegen in der Kommunengruft Mozarts Schwester Maria Anna Berchtold zu Sonnenburg (1751-1829) und Mozarts Freund Johann Michael Haydn begraben.

Salzburger Dom

Im Dom zu Salzburg wurden am 21. November 1747 die Eltern Wolfgang Amadeus Mozarts, Leopold und Anna Maria, getraut. Hier wurde auch Wolfgang Amadeus Mozart am 28. Januar 1756 getauft. Mozart – er war seit 1779 Hoforganist – komponierte seine Kirchenmusik fast ausschließlich für den Salzburger Dom. Es entstanden Messen, Proprien, Offizien, Litaneien, Kirchengesänge und Kirchensonaten.

Mozart-Denkmal am Mozartplatz, Salzburg

Im Jahre 1835 regten der Salzburger Sigmund von Koflern und der aus Posen eingewanderte Schriftsteller Julius Schilling an, in Salzburg ein Mozart-Denkmal (Mozartplatz) zu errichten. Nach einem Spendenaufruf, dem viele Salzburger Folge leisteten, konnte das Denkmal beim Münchner Bildhauer Ludwig von Schwanthaler und dem königlichen Gießer Johann Stiglmaier in Auftrag gegeben werden.
Am 4. September 1842 fand am Michaelerplatz (heute Mozartplatz) im Beisein der zwei Söhne Mozarts – Constanze Nissen, verw. Mozart, war am 6. März 1842 in Salzburg gestorben – die feierliche Enthüllung statt. Franz Xaver Mozart, genannt Wolfgang Amadeus Mozart (Sohn), dirigierte zu Ehren seines Vaters eine selbstverfasste Festkantate.

St.-Sebastians-Friedhof, Salzburg

In der Linzergasse am Fuße des Kapuzinerberges liegt der St.-Sebastians-Friedhof, wo in der Nähe der Gabriels-Kapelle zahlreiche Mitglieder der Familie Mozart ihre letzte Ruhestätte fanden: 1755 Wolfgang Amadeus Mozarts Großmutter mütterlicherseits, Eva Rosina Pertl; 1787 Leopold Mozart; 1798 Genoveva Weber, die Tante Constanze Mozarts und Mutter Carl Maria von Webers; 1805 Nannerls erste Tochter Johanna Maria Anna Elisabeth von Berchtold zu Sonnenburg (geb. 1789); 1826 Georg Nikolaus Nissen, Constanzes zweiter Mann; 1842 Constanze Nissen, verw. Mozart. Mozarts zwei Schwägerinnen Aloisia Lange und Sophie Haibel wurden ebenfalls am St.-Sebastians-Friedhof begraben, jedoch später am Kommunalfriedhof beigesetzt.

Alte Universität Salzburg

In der Großen Aula (Aulatheater) der Alten Universität (heute Theologische Fakultät, Hofstallgasse) trat Mozart im Alter von 5 Jahren im Schuldrama „Sigismundus Hungariae Rex" als Tänzer auf. Am 13. Mai 1767 wurde seine lateinische Schulkomödie „Apollo et Hyacinthus" aufgeführt.

Kollegienkirche, früher Universitätskirche Salzburg

Für die feierliche Eröffnung des vierzigstündigen Gebets in der Kollegienkirche (Universitätskirche, Universitätsplatz) am 5. Februar 1769 komponierte Mozart die d-Moll-Messe.

Residenz zu Salzburg

Im Rittersaal der Residenz (Residenzplatz 1) fand am 12. März 1767 die erste Aufführung von Mozarts geistlichem Singspiel „Die Schuldigkeit des Ersten Gebots", am 23. April 1775 die Erstaufführung der Serenata „Il Re pastore" KV 208 statt. Als Mitglied der Salzburger Hofmusik gab Mozart in der Residenz zahlreiche Konzerte.

Lodronischer Primogeniturpalast, Salzburg

Im Lodronischen Primogeniturpalast (Mirabellplatz 1), jenem Gebäude, welches heute die „Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mozarteum" beherbergt, musizierte Mozart mit seinen Freunden gerne. Für die Gattin des Erbmarschalls Ernst Maria Johann Nepomuk Graf Lodron schrieb er in den Jahren 1776 und 1778 zwei Nachtmusiken. Ihr und ihren Töchtern widmete er das Konzert für drei Klaviere.

Wallfahrtskirche Maria Plain, Salzburg

Für die Wallfahrtskirche Maria Plain, in der die Familie Mozart häufig Messen lesen ließ, komponierte Mozart die Messe in F-Dur.

Mozart-Gedenkstätte, St. Gilgen

Eine kleine Gedenkstätte in St. Gilgen am Wolfgangsee ist jenen Personen in Mozarts Leben gewidmet, die sehr stark sein Leben beeinflusst haben: Anna Maria Walburga Mozart, seiner Mutter, und Maria Anna Walburga (Nannerl), seiner Schwester.
An der Ischler Straße 15 in St. Gilgen steht das heutige Bezirksgericht, jenes Haus, in dem am 25. Dezember 1720 Mozarts Mutter Anna Maria Walburga Pertl geboren wurde.
Im Jahre 1983 wurde dort ein Gedenkraum eingerichtet, in dem Porträts und Dokumente zu Mozarts Familie zu sehen sind.